Regionen

Die Halbinsel Musandam


Steil und abweisend ragen zerklüftete Felswände aus dem Meer, formen ein unüberschaubares Labyrinth. Blaugrün und glasklar liegt das ruhige Wasser zwischen ihnen, gibt den Blick frei auf Korallenbänke und eine faszinierende Welt unter Wasser – bunte Fischschwärme ziehen dahin, gefleckte Muränen, Delphine und manchmal auch Wale. In Musandam versinkt das Hajargebirge im Meer, nur seine Gipfel und schroffen Grate durchbrechen noch die Fluten. Die Bewohner dieser Region nennen sie daher Ruus al Jibaal, die Köpfe der Berge.
Wer mit einer Dhau von Khasab aufbricht diese einzigartige Landschaft an der Straße von Hormuz zu erkunden, taucht ein in absolute Stille, weitab vom Lärm und der Hektik des Alltags. Der wird überwältigt vom Spiel des Lichts und der Spiegelungen auf dem Wasser in den Morgen- und Abendstunden.

Musandam, eine Exklave des Sultanats am nördlichen Ende der arabischen Halbinsel, ist eine atemberaubende Fjordlandschaft, die fast nur vom Wasser aus mit dem Boot zu erkunden ist. Die Hauptstadt Khasab selbst erreicht man inzwischen relativ einfach über die Teerstraße von Dubai kommend oder aber mit kleinen Propellermaschinen der Oman Air von Muscat aus. Abenteuerlicher ist die Fahrt über die Berge mit dem Geländewagen über den 2.000 Meter hohen Jebel Harim nach Khasab.

Die Küstenebene Al Batinah

Datteln, Bananen, Limonen, Mangos, Tomaten, Karotten, Auberginen, Zucchini, Kartoffeln — all dies und auch vieles anderes Gemüse wird auf einem 270 Kilometer langen Küstenstreifen zwischen Muscat und Sohar angebaut. Plantage reiht sich an Plantage, Ortschaft an Ortschaft. Hier lebt ein Viertel der Bevölkerung Omans. Sie deckt weitgehend den Eigenbedarf des Landes an landwirtschaftlichen Produkten, verzehrt aber natürlich auch selbst wieder etliches davon. Daher wird die Batinahebene von den Omanis auch gerne als der Magen des Landes bezeichnet. Das für den Anbau nötige Wasser verdanken die Menschen den Bergen im Westen der Ebene. Die aufsteigenden feuchten Luftmassen regnen dort ab und füllen den Grundwasserspiegel an der Küste auf. Kultivierbare Flächen waren seit alters her rar in dieser Region und daher schon immer begehrt. So mussten sich die Bewohner dieses Küstenstreifens über Jahrhunderte hinweg gegen Invasoren schützen.
Sie bauten ein dichtes Netz von einfachen Fluchtburgen, aber auch Festungsanlagen wie jene von Nakhl, Barka, Rostaq und Al Hazm, die noch heute zu den bedeutendsten und sehenswertesten des Landes zählen. Immer Freitag nachmittags findet bei Barka ein besonderes Ritual statt. Dann treffen sich die Bauern der Umgebung mit ihren tonnenschweren Höckerrindern zum Stierkampf — oder besser gesagt zum Bullendrücken. Ruhig stehen die Kolosse in der Mitte der Arena und pressen ihre Schädel aneinander. Wer zuerst zurückweicht hat verloren und das Kräftemessen ist schon wieder beendet. Denn kein Tier soll sich beim omanischen Stierkampf verletzen — dafür sind die Tiere zu wertvoll und der nächste Freitag ist ja auch nur ein paar Tage später.

Muskat und Umgebung


Muscat überrascht den Besucher mit einem Kaleidoskop beeindruckender moderner arabischer Architektur. Es ist eine neue Stadt, umsichtig geplant und erbaut in den letzten 30 Jahren. Die Capital Area erstreckt sich von den historischen Ortsteilen Matrah und Muscat über 50 Kilometer hinweg entlang der Küste. Zwischen schroffen dunklen Felsen stehen blütenweiße Siedlungen, prächtige Moscheen und Paläste, immer wieder öffnet sich der Blick auf das blau leuchtende Meer und weite Sandstrände.

Wer hier nach buntem orientalischem Treiben sucht, der ist im alten Ortsteil Matrah richtig. Die Luft im Souk ist erfüllt vom Duft nach edlen Gewürzen und Weihrauch. In den Ladenboxen türmt sich die Ware. Bunte Stoffe, edelste Tücher, Gold- und Silberschmuck, Haushaltswaren und Schuhe, Spielzeug und Plastikblumen — man bekommt hier fast alles. Vom Souk sind es nur wenige Minuten zu Fuß zum Obst- und Fischmarkt. Die Fischer landen in den Morgenstunden ihren Fang direkt an der Mole des Marktes an, ein unvergessliches Schauspiel.
Das historische Muscat liegt in einer kleinen geschützten Felsenbucht gleich hinter Matrah.
Es ist heute modernes Verwaltungszentrum und Sitz des Sultans, der hier auch einen farbenprächtigen Palast errichtete, flankiert von zwei alten Festungen der Portugiesen. Der gut geschützte kleine Hafen war einst letzte Möglichkeit für die Schiffe um Trinkwasser aufzunehmen vor der langen Fahrt nach Indien und daher von großer Bedeutung. Muscat bedeutet so viel wie Ankerplatz. Interessante Zeugnisse dieser heute vergangenen Zeit finden sich in Muscat im Bait al Zubair Museum und dem Muscat Gate Museum. Bekanntestes Bauwerk der Stadt ist wohl das Al Bustan Palace Hotel wenige Buchten weiter gelegen. Ein Palmenhain am weißen Strand, umrahmt von pittoresken dunklen Felsen — einer Fata Morgana gleich erhebt sich der Prachtbau vor der Traumkulisse. Kein Wunder, dass es von Experten schon mehrfach als eines der besten Hotels der Welt prämiert wurde.

Westen: Al Dhahirah


Al Dhahirah bedeutet «Rücken» und ist die Bezeichnung für die halbwüstenartige Ebene, die sich vom Westrand des nördlichen Hajargebirges bis hin zu den Dünen der großen arabischen Sandwüste erstreckt, des Rub al Khali.
Vor über 4000 Jahren wurde in den Bergen hinter Ibri im großen Stil Kupfer abgebaut und verhüttet, welches dann per Boot zu den Hochkulturen Mesopotamiens und des Indusbeckens geliefert wurde. Der Beginn einer großen Seehandelstradition. Heute finden sich aus dieser Zeit noch Schlackehalden und vor allem unzählige, aus Steinplatten aufgeschichtete Bienenkorbgräber und große, kreisrunde Gemeinschaftsgräber. Die Nekropole der Region um Bat und Amlah gilt als die größte dieser Epoche weltweit und ist daher UNESCO Weltkulturerbe. Ibri war einst Warenumschlagplatz für die berüchtigten Piraten der Golfküste. Diese Zeiten sind zwar lange vorbei, aber noch immer beeindrucken der große Suq und die stattliche Festung inmitten der Oase.
Im Grenzgebiet zu Saudi-Arabien liegen die berüchtigten Salzpfannen der Umm as Samim, der «Mutter des Giftes». Ein Gebiet das auch heute mit modernsten Fahrzeugen noch immer so gut wie undurchdringlich ist. So abweisend die angrenzenden Ebenen in diesem Grenzgebiet auch erscheinen, so wichtig sind sie doch für das Land. Hier rund um Fahud schlägt das wirtschaftliche Herz Omans, liegen mit die wichtigsten ölfelder. Diese Region ist die heißeste Omans — Temperaturen über 50 Grad Celsius sind hier im Sommer normal. Schatten gibt es nicht. Die Sonne brennt senkrecht herab auf die Förderanlagen, heiße Winde scheinen alles zu verbrennen.

Inner-Oman: Al Dakhiliyah


Terassenfelder in Steilhängen, grandiose Canyons und Schluchten, idyllische Bergdörfer, imposante Festungen und Paläste – die Dakhiliyah war über Jahrhunderte hinweg das kulturelle Herz Omans. Hier waren die Menschen sicher vor Angriffen, die Flanken des 3.000 Meter hohen Hajargebirges bildete eine unüberwindbare natürliche Trutzburg. Wer sie heute erstürmen will folgt den gut markierten Trekkingpfaden zu atemberaubenden Aussichtspunkten in schwindelerregende Höhe – eine Mühe, die sich lohnt!
Ein dichtes Netz von Wasserkanälen durchzieht die unwegsame Bergwelt, lässt aus dem Nichts unvermutet kleine grüne Paradiese entstehen. Nizwa war und ist geistiges Zentrum der Ibadiyah, der toleranten omanischen islamischen Rechtsschule, aber auch des Silberschmiedehandwerks. Vom 23 Meter hohen monumentalen Rundturms der Festung schweift der Blick über endlose Palmenhaine und den großen Marktbereich der Stadt. Jeden Freitag Vormittag wird hier lautstark um Ziegen und Kühe gefeilscht. Nizwa und auch Bahla waren bei Zeiten Hauptstädte. Entsprechend imposant ist ihre Architektur. Die riesigen Lehmvorkommen bei Bahla ermöglichten es, die ganze Oase mit einer 12 Kilometer langen Mauer zu umfassen.

Wie ein Gebirge aus Lehm erhebt sich die Festung Hisn Tamah aus dem grünen Meer der Dattelpalmen. Sie wird derzeit behutsam in alter Lehmbautradition unter der Aufsicht der UNESCO saniert, die das Bauwerk in der Liste des Weltkuturerbes aufnahm. In der Festung von Jabrin trafen sich im 17. Jahrhundert die Philosophen, Literaten, Künstler und Musiker. Die kunstvoll gestalteten Räume und bemalten Holzdecken machen diesen Kulturpalast zum wichtigsten Baudenkmal des Landes.

Osten: Al Sharqiyah


Sand weht über die Straße, umfliest dunkle Felskegel die unvermittelt aus der Ebene aufragen. Langsam aber unaufhaltsam schieben sich honiggelbe Sanddünen auf dunkelroter Erde dem azurblauen Meer entgegen. Majestätisch erhebt sich der 2.000 Meter hohe Rücken des östlichen Hajargebirges am Horizont.
Unwirklich erstrahlt das Blau der Lagune Khor Garama. Wie in magisches Licht getaucht erscheinen die engen Schluchten mit den tiefen Wasserpools, umgeben von sattgrünen Bananenstauden und Dattelpalmen. Golden leuchten die Strände bei Ras al Jinz, an denen jedes Jahr Tausende von Meeresschildkröten ihre Eier ablegen. Die Provinz Sharqiyah am äußersten östlichen Rand der Arabischen Halbinsel wird geprägt von starken Kontrasten, dem Spiel der Farben und Formen der Landschaft. Doch auch verschiedene Lebenskonzepte treffen hier aufeinander. Noch immer ziehen die Beduinen der Wahiba mit ihren Kamelen, Ziegen und Palmzweighütten in der endlosen Weite des Sandmeeres umher. Freiheit und Mobilität sind ihnen wichtiger als Hab und Gut. Die Bewohner der Oasen am Rand der Wüste bauten dagegen prächtige Häuser, mussten diese aber über Jahrhunderte hinweg verteidigen. Unzählige Wachtürme, Gebäude, wehrhaft wie Festungen, zeugen von turbulenten Zeiten aber auch einstigem Reichtum.

Im Grenzgebiet zu Saudi-Arabien liegen die berüchtigten Salzpfannen der Umm as Samim, der «Mutter des Giftes». Ein Gebiet das auch heute mit modernsten Fahrzeugen noch immer so gut wie undurchdringlich ist. So abweisend die angrenzenden Ebenen in diesem Grenzgebiet auch erscheinen, so wichtig sind sie doch für das Land. Hier rund um Fahud schlägt das wirtschaftliche Herz Omans, liegen mit die wichtigsten ölfelder. Diese Region ist die heißeste Omans — Temperaturen über 50 Grad Celsius sind hier im Sommer normal. Schatten gibt es nicht. Die Sonne brennt senkrecht herab auf die Förderanlagen, heiße Winde scheinen alles zu verbrennen.

Südosten: Al Wusta


Flirrende Hitze liegt über der schier endlosen Kiesebene Zentralomans. Kaum wahrnehmbar zeichnet sich die helle Silhouette der weißen Oryx-Antilope im Schatten einer der wenigen Akazien ab. Die edlen Tiere waren in freier Wildbahn schon ausgestorben, doch hier erhielten sie auf Initiative von Sultan Qaboos wieder einen neuen Lebensraum.

Im geographischen Herzen Omans sind Menschen rar. Es ist das ideale Refugium für seltene und bedrohte Tiere. 27.500 qkm groß ist die Fläche des seit 1974 ausgewiesenen Schutzgebiertes der Jiddat al Harasis, inzwischen Weltnaturerbe der UNESCO. Die Fauna und Flora dieses Biosphärenreservates ist einzigartig. Neben etwa 300 Oryx-Antilopen leben hier Arabische Gazellen und der seltene Nubische Steinbock, Wildkatzen, Honigdachse, Wüstenfüchse und Wölfe, Wüstenhasen und der äthiopische Igel. Aber auch 180 verschiedene Vogelarten wurden hier bisher gesichtet, darunter so seltene wie die Houbara Trappe.

Das Schutzgebiet beschränkt sich nicht nur auf die Wüstenflächen im Landesinneren, sondern reicht bis zum Indischen Ozean. Die über 300 Kilometer lange Küste ist eine der schönsten und abwechslungsreichsten des Landes. Kein Strand gleicht dem anderen. Weißer Sandstrand folgt auf schroffe schwarze Felsen, türkisblaue Lagunen ziehen sich tief landeinwärts, sie sind beliebte Rastplätze der rosa Flamingos. Algen färben das Wasser der Binnenseen bei Khor Ghawi leutend Pink. Eine Küste voller überraschungen und Entdeckungen. Tosend schlagen die Wellen des Meeres während des Sommermonsuns an die Felsen. Kein Fischer wagt sich in dieser Zeit hinaus auf das kochende Meer. Wegen des hohen Nährstoffgehaltes und der hervorragenden Wasserqualität sind die Gewässern Omans besonders fischreich – sogar 13 verschiedene Wal- und Delphinarten tummeln sich hier.

Süden: Dhofar


Schon vor zwei Jahrtausenden machten sich die Römer auf den Weg das Wunderland im fernen Orient zu entdecken, in dem es Bäume gab, aus deren Rinde Gold tropfte. Gold in Form eines kostbaren Harzes. Arabia felix nannten sie es – glückliches Arabien. Erreicht haben sie den Ort ihrer Sehnsucht jedoch nie.
Der Duft des Weihrauchharzes ist allgegenwärtig in den Dörfern und Städten Dhofars, der Alltag ohne ihn undenkbar. Wer den alten Souk von Salalah besucht, taucht ein in ein raffinierte Welt der Düfte. Die Frauen Dhofars sind berühmt für ihre exquisiten Räuchermischungen aus Weihrauch, Myrrhe, Sandelholz und Blütenessenzen. Die Rezepturen sind geheim und werden von der Mutter auf die Töchter weitervererbt. Dhofar ist die Größte Provinz Omans. Hoch wie Gebirge türmen sich die Dünen des Rub al Khali an der Grenze zu Saudi-Arabien, wie urzeitliche Landschaften wirken die tiefen Canyons, die sich vom Küstengebirge in Mäandern nach Norden in die Ebene eingefressen haben. Felszeichnungen und rätselhafte Schriftzeichen zeugen von ihrer frühen Besiedelung.
Wenn im Sommer die Arabische Halbinsel in Gluthitze versinkt, suchen Tausende von Touristen aus den Golfstaaten Zuflucht vor der Hitze in Salalah. Denn von Juli bis September wird dieser Küstenstreifen von den Ausläufern des Monsun in dichten Nebel und Nieselregen getaucht. Die Vegetation in den Bergen scheint zu explodieren – ein kühles grünes Paradies inmitten eines Glutofens. Salalah, die Leuchtende, ist die zweitgrößte Stadt Omans. über 15 Kilometer erstreckt sich sich entlang einem endlosen Sandstrand, gesäumt von einem subtropischen Plantagengürtel. Unter dem grünen Dach der Kokospalmen wachsen die Bananen und Papayas besonders üppig. Die reifen süßen Früchte werden am Straßenrand angeboten – eine Verlockung, der man nicht widerstehen kann. Samharam, Al Baliid und Shisr – diese bedeutenden archäologischen Stätten an der einstigen Weihrauchstraße sind geschütztes Weltkulturerbe der UNESCO. Noch immer erliegt man an diesen Orten der magischen Wirkung, die sie bereits in der Antike auf die Römer hatten.

© 2016 Sultanate of Oman Ministry of Tourism

@ 2016 Arab Adventure Tours